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Bundesstaat in Südamerika am Atlantik, mit 8 547 400 km² fünftgrößtes Land der Welt, 182,5 Mio. Einwohner, Hauptstadt Brasilia.

Land und Leute

Brasilien gliedert sich geografisch von Norden nach Süden in drei Großlandschaften: Bergland von Guayana, Amazonasbecken und Brasilianisches Bergland. Klimatisch gehört es vorwiegend zu den Tropen, die nach Süden in subtropische Gebiete übergehen. Dem entsprechen der tropische Regenwald im Amazonas-Tiefland und die Steppen (Campos) im Bergland. Die überwiegend katholischen Brasilianer sind zu 55 Prozent Weiße romanischer Herkunft, 38,5 Prozent Mulatten und 5,8 Prozent Schwarze. Die indianische Urbevölkerung ist bis auf geringe Reste verschwunden. Amtssprache Portugiesisch.

Wirtschaft

Brasilien erzielt Exportüberschüsse v. a. durch Güter wie Eisen und Stahl, Kaffee, Holz u. a. land- und forstwirtschaftliche Produkte, doch sind die sozialen Gegensätze so schroff wie in wenigen Ländern. Industrie (v. a. Textilien, Nahrungsmittel, Elektroartikel, petrochemische Werke), Bergbau und Ländereien sind in der Hand weniger Familien, die Staatsbetriebe arbeiten vielfach unrentabel, die Sozialgesetzgebung hält mit der Bevölkerungsexplosion nicht Schritt.

Geschichte

Vor knapp 10 000 Jahren von Norden her besiedelt, bildeten sich im brasilianischen Gebiet nicht so ausgeprägte Hochkulturen wie in den Anden oder in Mittelamerika. Seit 1500 setzten sich die Portugiesen fest und schoben die Grenze im Westen immer weiter vor, so dass sie schließlich den halben Kontinent zu ihrem Vizekönigreich rechneten. Selbstständigkeitsbestrebungen entluden sich, als der portugiesische König die zugesagte Verfassung nicht gewährte. Die 1822 proklamierte Unabhängigkeit erhielt den Schein der Legitimität durch die Erhebung des Kronprinzen Peter zum Kaiser. Es begann ein Wirtschaftsaufschwung, der durch die Einfuhr von Sklaven gefördert wurde, und eine verstärkte Einwanderung von Europäern. Dadurch verschärften sich die sozialen Konflikte und der Reformdruck, der 1889 zur Abschaffung der Monarchie führte. Gelöst wurden dadurch die Probleme nicht, die seit dem 1. Weltkrieg durch die beginnende Industrialisierung noch wuchsen. Die Anlehnung an die USA während des 2. Weltkriegs brachte vorübergehende Entlastung. Nach 1945 jedoch ging es wirtschaftlich steil bergab. Schließlich übernahm 1963 das Militär die Macht, ließ 1969 die präsidiale Verfassung ausarbeiten, gab 1985 die Macht an einen zivilen Präsidenten ab und ermöglichte 1989 die erste freie Wahl des Staats- und Regierungschefs seit 1960. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten blieben jedoch ungelöst. Mitte der 1990er erste Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage, auch durch internationale Finanzhilfe. 2008 gründete Brasilien zusammen mit den anderen elf unabhängigen Staaten Südamerikas die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) nach Vorbild der Europäischen Union.